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Chemische Schere gegen HIV
2008 - DVD - 5 Min. - Nr. 125.N011
Es sieht harmols aus, seine Wirkung ist tödlich: das HI-Virus. Seit 1981 sind weltweit mehr als 25 Millionen Menschen daran gestorben. Und die Zahl der Infektionen nimmt zu. Allein in Deutschland haben sich in diesem Jahr 3000 Menschen infiziert. Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr, belegen neue Zahlen des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Bis heute ist eine HIV-Infektion nicht heilbar.
Der Grund dafür ist, dass die HI-Viren ihr Erbgut in den Zellkern von Immunzellen schleusen. Die sogenannten Helferzellen, die den Menschen sonst vor Infektionen schützen, werden auf diese Weise außer Kraft gesetzt. Stattdessen bekommen sie einen neuen Auftrag: sie produzieren HI-Viren. Die Infektion nimmt ihren verhängnisvollen Lauf.
Am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden hat Frank Buchholz die Idee, die Gene des HI-Virus aus der menschlichen Zelle zu entfernen und sie auf diese Weise zu heilen. Der Schlüssel dazu ist ein spezielles Enzym. Dieses bindet sequenzspezifisch an das Virus-Genom, schneidet die DNA heraus und verbindet die losen Enden. Es ist also gleichzeitig Schere und Kleber. Das Erbgut des bedrohlichen HI-Virus wird herausgeschnitten und abgebaut. Die Zelle ist wieder gesund.
Bis eine Therapie gefunden wird, die das Virus komplett eliminiert, müssen Frank Buchholz und seine Kollegen noch einige Stufen erklimmen. Doch mit ihrer Forschung haben sie einen ganz neuen Ansatz im Kampf gegen HIV gefunden. Jetzt wollen die Wissenschaftler Schritt für Schritt an den Ergebnissen arbeiten.

Sachgebiete: 705 - Technologie

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Stand: 11.01.2009