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Bitter Orange
1997 - VHS - 36 Min. - Nr. 175.1846
"Bitter Orange" behandelt den weltweit verzahnten, gesellschaftlichen Hintergrund des Orangensaftkonsums in Deutschland. Wie jede Nord-Süd-Geschichte, ist auch diese Geschichte von Gewinnern und Verlierern. Die Spannung des Films erfolgt durch die Gegenüberstellung des Reichtums der Orangensaftexporteure und ihrer Behauptung, Kinder und Jugendliche würden nicht beschäftigt und der Dokumentation des Gegenteils, nämlich der Kinderarbeit auf den brasilianischen Plantagen. Zwar haben Umwelt- und entwicklungspolitische Gruppen in Deutschland wiederholt davor gewarnt, daß es ein "Trinken in Unschuld" nicht gäbe. Ergo sei jeder Orangensaft-Endverbraucher "an der Kinderarbeit und am Elend der erwachsenen Plantagenarbeiter in Brasilien mitschuld"....Der Film kommt ohne moralische Zeigefingererhebung aus, weist jedoch deutlich auf die Auswirkungen der von den "Gesetzmäßigkeiten" des Weltmarktes erzwungenen sog. "komparativen Kostenvorteile" hin: sinkende Rohstoffpreise und Lohnkosten in der Dritten Welt zum Zweck niedriger Endverbraucherpreise in der ersten Welt. "Bitter Orange" ist ein entwicklungspolitisches Lehrstück über das unveränderte Nord-Süd-Gefälle: Kinderarbeit und ungerechte Arbeitsverhältnisse, ungerechter Welthandel und die auf die Bevölkerung abgewälzten sozialen Kosten.


Sachgebiete: 860 - Dritte Welt/Entwicklungshilfe / 330 - Handel


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Stand: 15.03.98